Hotelmarkt Düsseldorf: Verhaltener Optimismus für 2018

  • Übernachtungen in 2018 nur leicht zum Vorjahr gestiegen
  • 4,6 Prozent mehr Übernachtungen in 2017
  • Erlös pro Zimmer (RevPAR) bei durchschnittlich rund 85,00 Euro und damit nach München am höchsten
  • Konstante Bettenauslastung von 48,6 Prozent

Der Start in das Düsseldorfer Tourismusjahr verlief nach dem starken Anstieg in 2017 eher verhalten. Bedingt durch den turnusmäßigen Wegfall einiger Messeveranstaltungen konnte in den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 im gesamten Düsseldorfer Beherbergungsgewerbe (Hotels, Hotels garnis, Pensionen, Gasthöfe, Jugendherbergen und Campingplätze) mit 2.368.753 Übernachtungen nur ein geringer Zuwachs von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erzielt werden. Im Gesamtjahr 2017 betrug das Plus noch 4,6 Prozent, was zu einem neuen Übernachtungsrekord führte. Der Anteil internationaler Gäste stieg in 2017 um vier Prozent auf rund zwei Millionen Übernachtungen, was ungefähr 41 Prozent aller Übernachtungen entspricht. Die Zahl deutscher Gäste hat sich mit einem Anstieg von 5,1 Prozent auf knapp 2,8 Millionen Übernachtungen ebenfalls gut entwickelt. Insgesamt wurden in der Landeshauptstadt in 2017 mehr als 4,8 Millionen Übernachtungen gezählt.

„Der Zuwachs an Übernachtungen im vergangenen Jahr lag annähernd auf dem durchschnittlichen Niveau des letzten Jahrzehnts. Das starke Messejahr in Düsseldorf hat hieran einen maßgeblichen Anteil gehabt“, sagt Daniela M. Bense, Project Manager Hotel bei Dr. Lübke & Kelber GmbH. „Wir rechnen zwar mit einem weiteren Anstieg der Übernachtungszahlen. Allerdings dürfte das Messejahr 2018 in Düsseldorf aufgrund des turnusmäßigen Wegfalls einiger Leitmessen schwächer ausfallen als 2017. Deshalb wird die Steigerungsrate der vergangenen Jahre wahrscheinlich nicht erreicht werden“, sagt Bense.

RevPAR leicht gesunken

Im vergangenen Jahr erlöste die Düsseldorfer Kettenhotellerie durchschnittlich 85,00 Euro pro Zimmer (RevPAR) und generierte damit 1,40 Euro weniger als im Vorjahr. Damit rangiert die Landeshauptstadt auf Platz zwei im RevPAR-Ranking der deutschen Top-10-Hotelstandorte, hinter München. Die Zimmerraten in der Kettenhotellerie gingen 2017 leicht zurück auf durchschnittlich 118,80 Euro und verzeichneten damit ein durchschnittliches Minus von rund 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Mit einer Abnahme von 3,2 Prozent gaben die Zimmerpreise am deutlichsten im Upscale- und Luxus-Segment nach, lagen im Schnitt damit aber weiterhin an erster Stelle im Ranking der Top-10 Hotelstandorte“, erläutert Bense.

Nachfragedynamik bisher höher als Kapazitätsausbau – 2018 Trendwende

In insgesamt 220 Düsseldorfer Beherbergungsbetrieben wurden im vergangenen Jahr 27.017 Betten angeboten, womit sich die Bettenkapazität im Vorjahresvergleich leicht um 0,2 Prozent erhöhte. Die Bettenauslastung stieg aufgrund der gewachsenen Übernachtungsnachfrage um 0,1 Prozentpunkte auf 48,6 Prozent an. „Düsseldorf weist unter den Top-10-Standorten die geringste Auslastung auf“, sagt Bense.

Zwischen 2007 und 2017 stieg die Zahl der Übernachtungen um rund 58 Prozent – die der Betten dagegen nur um rund 37 Prozent. „Die stärkere Entwicklung auf der Nachfrageseite hat in den vergangenen Jahren zu einem leichten Anstieg der historisch gesehen relativ niedrigen Auslastung geführt. Da die Auslastung auch jetzt noch nicht die 50-Prozent-Marke überschreitet, besteht weiterhin Spielraum. 2018 erwarten wir, dass der Kapazitätsausbau bei 6 Prozent liegen und damit stärker ausfallen wird als die Nachfragedynamik mit einem prognostizierten Wachstum von rund drei Prozent. Die Auslastung dürfte also wieder sinken“, sagt Bense.

Mehr als 9.000 neue Betten derzeit in Planung oder Bau

2017 wurden in Düsseldorf zwei Kettenhotels mit insgesamt 174 Zimmern und im laufenden Jahr bislang vier Hotels mit knapp 650 Zimmern neu eröffnet. Im November 2018 kommen dann mit dem Henri Hotel am Wehrhahn nochmals 148 Zimmer dazu. 2019 ist die Eröffnung von drei Hotels mit 618 Zimmern geplant. Ab 2020 ist die Pipeline dann noch größer gefüllt. Insgesamt werden derzeit noch 19 weitere Hotels geplant oder gebaut. Der Großteil der voraussichtlichen Hoteleröffnungen konzentriert sich auf das Mid- und Upscale-Segment mit drei und vier Sternen. Für 2021 ist darüber hinaus mit dem Adina Apartment Hotel mit 201 Zimmern, dem Hampton by Hilton mit 219 Zimmern und einem Premier Inn mit 297 Zimmern die Eröffnung eines Hotel-Trios am Hauptbahnhof geplant.

Dr. Lübke & Kelber Research
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