Speckgürtellagen Stuttgart zunehmend attraktiver

Head of Living Stuttgart - Dr. Lübke & Kelber - Verkauf Wohnimmobilien

„Wohnen und Arbeiten werden sich auch in Stuttgart grundlegend verändern.“ Experteninterview mit Stephan Scheibe, Head of Living Stuttgart.

Die Pandemie hat dazu geführt, dass immer mehr Leute von zu Hause arbeiten, was durch die zunehmende Digitalisierung auch ermöglicht wird. Das Homeoffice lässt der eigenen Wohnung eine neue Bedeutung zukommen und gleichzeitig die gut angebundenen Speckgürtellagen der Städte als Wohnort interessanter werden. Wir haben mit Stephan Scheibe, Head of Living bei Dr. Lübke & Kelber in Stuttgart, über die Auswirkungen neuer Arbeitsformen auf den Wohnungsmarkt und eine neue Standortbewertung der Randlagen gesprochen.

 

Herr Scheibe, immer mehr Menschen arbeiten im Homeoffice infolge der Corona-Krise. Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf die eigenen vier Wände?

Das Homeoffice hat den Fokus auf die eigene Wohnsituation noch verstärkt. Eine hohe Wohnqualität war schon immer wichtig, doch durch die eingestellten Reisetätigkeiten und den fehlenden Gang ins Büro erreicht die eigene Wohnung oder das eigene Haus einen völlig neuen Stellenwert. In dieser Zeit erkennen viele die Vorzüge des dezentralisierten Arbeitens. Durch die entfallenden oder deutlich reduzierten Pendeleien ins innenstädtische Büro können effektiv mehrere Stunden Fahrweg pro Monat eingespart werden. Aus diesem Grund sind auch die Rand- bzw. sogenannten Speckgürtellagen der Städte wesentlich interessanter geworden. Verstehen Sie mich nicht falsch, das Büro hat nach wie vor seinen Stellenwert als Ort des Ideenaustauschs und der Kooperation. Aber wahrscheinlich werden wir in Zukunft flexible Modelle sehen. Drei Tage Büro, zwei Tage daheim. Das Zuhause wird damit auch zum etablierten Arbeitsort, an den bestimmte Anforderungen gestellt werden.

 

Wie äußert sich das genau?

Ich denke, man erlebt dies immer wieder bei den alltäglichen Dingen. Plötzlich stellt man fest, dass der Küchentisch eben nicht als optimaler Arbeitsplatz fungiert, konzentriertes Arbeiten mit Kindern im Home-Schooling eine zusätzliche Herausforderung darstellt und generell die Struktur, die der Büroarbeitsplatz bietet, nicht gleichermaßen erreicht wird. Auch das Thema der Modifikation der eigenen vier Wände wird während der Pandemie mit einem ganz anderen Stellenwert bedient.

 

Kommen wir zum Standort Stuttgart: Geht der Trend vom Kessel in die Speckgürtellagen?

Auch in Stuttgart zeigt sich der bundesweite Trend hin zur Randlage und in den Speckgürtel. Diese Umlandregionen sind grundsätzlich eine sehr gute Alternative, vor allem für Kapitalanleger. Investments in A-Standorten müssen äußerst langfristig betrachtet werden, da die Angebotsknappheit auf dem Markt die Preise in die Höhe steigen lässt. Entsprechend gering fallen die Renditen aus. Der Kessel Stuttgarts wird immer ein einzigartiger Markt bleiben, der auch immer wieder neue Mieterinnen und Mieter anzieht. Aber womöglich sind jetzt Städte wie Böblingen, Kreis Esslingen oder Ludwigsburg für einige Investmentstrategien die bessere Wahl.

 

Gibt es wirtschaftliche Impulse, auf die Immobilienkäufer achten sollten?

Das Gebiet um Stuttgart ist ein bekanntes und bedeutsames Produktionscluster der Fahrzeugindustrie. Rund um den Kessel sind sämtliche B-Lagen mit der Automobilität verflochten. Genau deshalb sind die von mir eben genannten Städte auch so aussichtsreich für Investoren. Denn seit jeher beeinflusst diese Branche auch ganz klar den Immobilienmarkt im positiven Sinne. Da wo viele Autos produziert und gefertigt werden, werden auch viele Arbeitsplätze geschaffen. Allein über 100.000 Menschen sind im Stuttgarter Raum in der unmittelbaren Automobilbranche tätig. Mit der derzeit stark geförderten Elektromobilität werden die hiesigen High-Tech-Cluster eine neue Dynamik entwickeln.

 

Ergeben sich durch die neuen Wohn- und Arbeitsformen Trends bei der Immobilienauswahl?

Die Entwicklung der stark nachgefragten Mikroapartments sowie der Ein- und Zweizimmerwohnungen verläuft momentan teilweise etwas verhalten. Dennoch wird dieses Segment langfristig durch die hohe Anzahl von Einpersonenhaushalten in Städten immer einen guten Marktanteil haben. Wenn sich Homeoffice als Arbeitsform bei den Unternehmen verankert, möglicherweise durch künftige Gesetztesvorgaben, wird sich die tägliche Berufspendelei für die klasssichen Bürobeschäftigten teilweise erübrigen. Der Lebensmittelpunkt wird aus der Stadt in die Speckgürtellagen verlagert und der Wunsch nach Vergrößerung durch das Erfordernis eines Arbeitszimmers verstärkt. Gefragt sind dann vor allem familienfreundliche Vierzimmerwohnungen mit funktionalem Grundriss. Es kommt also mehr denn je auf die Vielseitigkeit an.

Herzlichen Dank, Herr Scheibe.

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